Vom Schloss Bellevue zur Klosterruine

Das Theater Ramba Zamba gastiert am 12. August in Hude. Einen Tag später singt die Italienerin Etta Scollo.

 

von Stephan Onnen

 

Hude - Sie haben alle irgendein Handicap, die Schauspieler des Berliner Ramba Zamba Theaters. Eine Behinderung, die ihnen den Alltag nicht selten zur Qual macht, und darum spielen sie auf der Bühne, als ginge es um ihr Leben. Dass sie anders sind als die anderen, macht ihre Kunst so unmittelbar, direkt, poetisch und spontan. Das ungewöhnliche Ensemble vom Prenzlauer Berg heimst Preise ein, ist im In- und Ausland gefragt – am Freitag erst präsentierte es seine „Weiberrevue“ beim Sommerfest des Bundespräsidenten im Park von Schloss Bellevue. Am Freitag, 12. August, gastiert Deutschlands derzeit wichtigstes integratives Theater mit seiner Revue beim Klostersommer in Hude. Möglich macht’s der Kulturverein „Impuls“ mit finanzieller Unterstützung der Volksbank Ganderkesee-Hude. „Dieses Theater ist etwas ganz Besonderes“, betonte Impuls-Vorsitzende Carola Thurow am Freitagnachmittag bei der Vorstellung des Klostersommer-Programms. „Einmalig und unglaublich berührend“ sei das Spiel dieser Truppe, ergänzte ihre Vorstandskollegin Monika Rundel-Tegtmeyer.

 

Mit der Verpflichtung von Ramba Zamba will der Verein „Impuls“ nicht nur ein Zeichen für Toleranz und Integration setzen, sondern auch ein anderes Publikum als sonst beim Klostersommer üblich ansprechen, erklärte Thurow. Dafür sorgt der Lions Club Oldenburger Geest, der Behinderten-Einrichtungen aus der Region zum Besuch der „Weiberrevue“ eingeladen hat und den Transport nach Hude organisiert. 200 Anmeldungen aus dem gesamten Landkreis, Oldenburg, Bremen und Delmenhorst liegen bereits vor. Nicht-Behinderte sind genauso willkommen: „Es soll ein integrativer Theaterabend vor und auf der Bühne werden“, sagte Lions-Vertreter Jörg Lencer.

 

Volksbank-Vorstand Jürgen Kikker sagte, er sei stolz darauf, mit seinem Haus als Sponsor dabei zu sein.

 

Hochkarätig ist auch der zweite Abend des Klostersommers: Die italienische Sängerin Etta Scollo spielt am Sonnabend, 13. August, mit ihrer vierköpfigen Band auf der Bühne vor der Klosterruine. Ihre Musik vereint die sizilianische Tradition ihrer Heimat, Pop-Avantgarde, mediterrane Chansons und Jazzeinflüsse.

 

Beide Freiluft-Auftritte beginnen jeweils um 20 Uhr, Einlass ist ab 19 Uhr – „bei hoffentlich besserem Wetter als an diesem Freitag“, so Carola Thurow. Sollte es wider Erwarten doch regnen, wird die „Weiberrevue“ in die Halle am Huder Bach und Etta Scollos Konzert in die St. Elisabeth-Kirche verlegt.

Präsentierten am Freitag das  Programm des Huder Klostersommers vor historischem Gemäuer: (von links)  Monika Rundel-Tegtmeyer, Dr. Carola Thurow, Oliver Frey, Jürgen Kikker und Jörg    Lencer

BILD: Stephan Onnen

 

Quelle: Nordwest-Zeitung, Oldenburg

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